Neue Volksmusik? Volxmusik? Weltmusik? Cross-over?
Keiner der bemühten Begriffe beschreibt die seit den frühen 80er Jahren
stetig wachsende und sich verzweigende Musik regionalen Charakters. Und
es fällt schwer all die verschiedenen Protagonisten unter einen Hut zu
bringen. Ahnherren, wie z.B. Roland Neuwirth oder die Biermösl Blosn,
denen ein frecher Umgang mit der traditionellen Volksmusik durchaus am
Herzen liegt, werden ihre Musik nicht mit "neuer Volksmusik" schubladisieren
wollen, sondern verstehen sich als Musiker, die mit dem notwendigen
künstlerischen Eigensinn das machen, was ihnen richtig erscheint. Eine
lebendige Musik wird stetig weiterentwickelt, und ist immer neu.
Diese "neue Welle" ist vielleicht etwas mit Verzögerung in Österreich
entstanden, betrachtet man die "Folkmusic" international, und vielleicht
als Gegenstimme zu Musikantenstadl (1981) und Grand-Prix der Volksmusik
(1986), erhält aber immer wieder eine Frischzellenkur durch junge Musiker,
die sich in diesem Genre zu Hause fühlen. Es keimte die Lust bei Musikern
und Publikum dem Sprachverlust, dem Verschwinden des Dialekts entgegenzuwirken,
den die medialen Vermarktung der "volkstümlichen Musik" mit Klischees, Texten
mit leichter Dialektfärbung, heile Welt und Schunkeln verursacht hat.
"Pop" sei doch längst die "Volksmusik der westlichen Zivilisation" geworden,
so David Bowie in einem "Spiegel"- Interview. Und auch mich überkamen bei
"Honky Tonk Women", letztens gesendet von Radio Niederösterreich, heimatliche Gefühle.
In diesem Sinne come together bei Polka Nova!
Heinz Ditsch
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